Festival Focus Contemporary Zürich West 2017
9. November 2017, 19:30, Toni-Areal/Konzertsaal 3

DAS GROSSE WASSER


ALFRED ZIMMERLIN, Fördernd ist es, das grosse Wasser
zu durchqueren (2016), UA

MICHAEL PELZEL, Carnacaphobia (2016), UA

MARTINA BRODBECK, Violoncello
INGRID KARLEN, Klavier
MATTHIAS WÜRSCH, Perkussion

Mit der Unterstützung der UBS Kulturstiftung


MICHAEL PELZEL: "Der sogenannten südindischen karnatischen Musik liegt eine sehr komplexe rhythmische Theorie und Rhythmussprache, das Karnakol zu Grunde, dem ich in meiner Komposition etwas nachspüren möchte. Das besondere ist, dass die Rhythmen trotz Ihrer Komplexität erkenn- und erspürbar bleiben, die Musik also voller Körperlichkeit und energetischer Kraft ist.
Ich möchte meine Komposition für Klavier, Perkussion und Violoncello vor allem in Ihrer innneren rhythmischen Faktur auf die karnatische Musik beziehen."

ALFRED ZIMMERLIN: "Ein Stück, das von den Interpretinnen und Interpreten vor allem Virtuosität des Hörens und genauen Ausbalancierens der musikalischen Interaktion zu dritt verlangt. Es entstehen unterschiedliche, in die Tiefe gestaffelte, eher undramatische Klangräume. Die Zuhörenden werden eingeladen, hörend in ihnen auf Entdeckungsreise zu gehen. Die Klänge oder Klangmischungen haben Poesie und können assoziative Räume öffnen. So mag der Anfang des Stücks klingen wie ein Haiku von Shûson: «Im schwachen Lichtschein / Bei tiefer Stille lautlos / Die Wolken ziehen.» Nach der Mitte könnte an Buson gedacht werden: «Die kurze Nacht, ach, / Blieb in der Furt zurück als – / Ein Stückchen Mondlicht.» Aber Vorsicht: Da rasen die Klänge in ziemlich forschem Tempo. Gegen Schluss könnte Seisei berichten: «Vom Fluss im Norden, / vor wolkenloser Sonne, / Die Vögel hinziehen.» Nur: Haikus wie diese werden keineswegs musikalisiert oder gar vertont. Es ist ein Werk, das aus rein abstraktem musikalischem Denken heraus entsteht und sozusagen auch im «strengen Satz» komponiert ist. Denn: Fördernd ist es, das grosse Wasser zu durchqueren. (A.Z.) Alfred Zimmerlin Fördernd ist es, das grosse Wasser zu durchqueren (2016) für Violoncello, Klavier und Perkussion 10-12 Min. Ein Stück, das von den Interpretinnen und Interpreten vor allem Virtuosität des Hörens und genauen Ausbalancierens der musikalischen Interaktion zu dritt verlangt. Es entstehen unterschiedliche, in die Tiefe gestaffelte, eher undramatische Klangräume. Die Zuhörenden werden eingeladen, hörend in ihnen auf Entdeckungsreise zu gehen. Die Klänge oder Klangmischungen haben Poesie und können assoziative Räume öffnen. So mag der Anfang des Stücks klingen wie ein Haiku von Shûson: «Im schwachen Lichtschein / Bei tiefer Stille lautlos / Die Wolken ziehen.» Nach der Mitte könnte an Buson gedacht werden: «Die kurze Nacht, ach, / Blieb in der Furt zurück als – / Ein Stückchen Mondlicht.» Aber Vorsicht: Da rasen die Klänge in ziemlich forschem Tempo. Gegen Schluss könnte Seisei berichten: «Vom Fluss im Norden, / vor wolkenloser Sonne, / Die Vögel hinziehen.» Nur: Haikus wie diese werden keineswegs musikalisiert oder gar vertont. Es ist ein Werk, das aus rein abstraktem musikalischem Denken heraus entsteht und sozusagen auch im «strengen Satz» komponiert ist. Denn: Fördernd ist es, das grosse Wasser zu durchqueren."

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